Zeckenimpfung in Österreich: Aktuelle Informationen
Zecken in Österreich und ihre Bedeutung
Zecken sind in Österreich weit verbreitet und dort im Frühling, Sommer und Herbst aktiv. Sobald es draußen wärmer wird (ab ca. 7 °C), verlassen sie ihr Winterquartier und warten im hohen Gras, Laub oder Unterholz auf einen Wirt. Sie lauern in Bodennähe und können beim Vorbeigehen an Kleidung haften bleiben. Darum sind spielende Kinder im Gras oder Dickicht besonders gefährdet.
Sie kommen in Wäldern und auf Wiesen vor, aber auch in Parks, Gärten und sogar in höheren Lagen über 1000 Metern. Auch in milden Wintern können sie aktiv bleiben. Österreich gilt als Risikogebiet – infizierte Zecken kommen in allen Bundesländern vor. Zeckenstiche sind deshalb nicht ungefährlich: Infizierte Tiere übertragen am häufigsten Borrelien (Lyme-Borreliose) und FSME-Viren, die beim Menschen zu schweren Erkrankungen führen können.


FSME und andere durch Zecken übertragene Krankheiten
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch ein Virus ausgelöste Hirnhautentzündung, die nach einem infizierten Zeckenstich auftreten kann. Nach grippeartigen Anfangssymptomen kann es zu einer Entzündung von Gehirn oder Rückenmark kommen – schwere Verläufe führen manchmal zu Lähmungen oder sogar zum Tod. Bei Kindern verläuft FSME meist milder als bei Erwachsenen. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, Symptome werden nur unterstützend behandelt.
Die Borreliose (Lyme-Krankheit) wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht und zeigt sich oft durch eine ringförmige Hautrötung um den Stich („Wanderröte“). Mit Antibiotika heilt sie in der Regel folgenlos aus. Gegen FSME ist eine Impfung möglich, gegen Borreliose hingegen nicht. Weitere, in Österreich sehr seltene Zeckenkrankheiten sind etwa Babesiose (Einzeller) oder verschiedene Rickettsien-Infektionen – diese kommen hier bisher nur vereinzelt vor.
Zeckenimpfung – Ablauf, Wirksamkeit und Empfehlungen
Die FSME-Impfung ist eine aktive Impfung mit inaktivierten Viren und schützt gegen alle bekannten FSME-Virus-Varianten. In Österreich empfiehlt man sie allen Personen ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Die Grundimmunisierung erfolgt dreifach: Die zweite Teilimpfung folgt etwa ein bis drei Monate nach der ersten, die dritte etwa fünf bis zwölf Monate später. Die erste Auffrischung ist drei Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung fällig, danach muss alle fünf Jahre aufgefrischt werden (ab 60 Jahren alle drei Jahre).
Idealerweise sollten die Impfungen im Winter (Jänner/Februar) erfolgen, um vor dem Beginn der Zeckensaison einen vollständigen Schutz aufzubauen. Die FSME-Impfung gilt als gut verträglich und hoch wirksam. Sie bietet aber keinen Schutz vor Borreliose oder anderen durch Zecken übertragenen Infektionen, auf die daher weiterhin geachtet werden muss.


Impfaktionen und Kostenerstattung in Österreich
Im Frühjahr startet in Österreich traditionell eine umfassende FSME-Impfkampagne. Seit 1981 rufen Gesundheitsbehörden und Ärzt*innen dazu auf, sich vor Saisonbeginn impfen zu lassen. Die Impfung muss prinzipiell selbst bezahlt werden, da sie nicht ins gratis Impfprogramm fällt. Die Krankenkasse gewährt allen Versicherten einen fixen Zuschuss, der oft direkt bei der Impfung abgezogen wird. Falls nicht, lässt er sich nachträglich beantragen.
Unsere Apotheke in 1040 Wien unterstützt Sie gerne: Wir beraten Sie individuell zu FSME-Impfungen, prüfen Ihren Impfstatus, informieren über die richtige Dosierung und den Impfplan und helfen bei Fragen zur Kostenerstattung. So stellen Sie sicher, dass Sie rechtzeitig und optimal geschützt in die Zeckensaison starten.









