Magen-Darm-Infekt: Was hinter Durchfall und Erbrechen steckt
Welche Ursachen kommen infrage?
Akuter Durchfall und Erbrechen gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Sommer. Dahinter steckt nicht immer derselbe Auslöser. Am häufigsten handelt es sich um eine Gastroenteritis, also eine Entzündung von Magen und Darm. Diese wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht, seltener auch durch Parasiten oder verdorbene Lebensmittel.
Viren, wie Noroviren oder Rotaviren, führen häufig zu plötzlich einsetzendem Brechdurchfall. Die Erkrankung beginnt meist innerhalb weniger Stunden mit Übelkeit, Erbrechen und wässrigem Durchfall. Oft klingen die Beschwerden bereits nach ein bis drei Tagen wieder ab. Noroviren sind besonders ansteckend und werden über Hände, Oberflächen oder kleinste Tröpfchen beim Erbrechen übertragen.
Bakterielle Infektionen verlaufen häufig etwas anders. Besonders im Sommer nehmen Infektionen mit Campylobacter deutlich zu. Diese Bakterien kommen vor allem auf rohem Geflügel, in Rohmilch oder durch Kreuzkontamination beim Grillen vor. Warme Temperaturen begünstigen ihre Vermehrung und erhöhen das Risiko einer Ansteckung. Typisch sind starke Bauchkrämpfe, Durchfall – manchmal auch blutig –, Fieber und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Auch Salmonellen zählen zu den häufigen bakteriellen Ursachen und werden vor allem über unzureichend gekühlte oder nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel übertragen.


Diese Symptome geben Hinweise auf die Ursache
Die Beschwerden können sich je nach Erreger unterscheiden, überschneiden sich jedoch häufig.
Hinweise auf eine virale Gastroenteritis:
- plötzliches Erbrechen und wässriger Durchfall
- Übelkeit
- leichte Bauchkrämpfe
- leichtes oder kein Fieber
- Erkrankungsdauer meist ein bis drei Tage
Hinweise auf eine bakterielle Infektion:
- stärker ausgeprägte Bauchschmerzen
- höheres Fieber
- häufig länger anhaltender Durchfall
- eventuell Blut oder Schleim im Stuhl
- ausgeprägtes Krankheitsgefühl
Eine sichere Unterscheidung ist anhand der Symptome allein jedoch oft nicht möglich. Entscheidend ist daher weniger der genaue Erreger als die Schwere der Beschwerden und der Flüssigkeitsverlust.
Was hilft bei einem Magen-Darm-Infekt?
Der wichtigste Bestandteil der Behandlung ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. Gerade bei Durchfall und Erbrechen verliert der Körper große Mengen Wasser sowie Natrium und Kalium. Orale Rehydrationslösungen aus der Apotheke enthalten hierfür die optimale Zusammensetzung aus Glukose und Elektrolyten und eignen sich für Erwachsene ebenso wie für Kinder. Besonders Kinder, ältere Menschen und chronisch Erkrankte sowie die heißen Sommertage können bereits innerhalb kurzer Zeit austrocknen.
Je nach Beschwerden können zusätzlich geeignete Arzneimittel sinnvoll sein. Loperamid kommt bei ausgewählten Erwachsenen mit unkompliziertem Durchfall kurzfristig infrage, sollte jedoch nicht bei Fieber oder blutigem Durchfall angewendet werden. Probiotische Hefen wie Saccharomyces boulardii können die Krankheitsdauer in manchen Fällen verkürzen, ersetzen jedoch niemals die Flüssigkeitszufuhr.
In der Johann Strauss Apotheke Wien erhalten Sie außerdem eine individuelle Beratung, welche Präparate in Ihrer Situation sinnvoll sind und wann eine ärztliche Untersuchung notwendig ist.


Wann sollte ärztlich abgeklärt werden?
Nicht jeder Brechdurchfall muss ärztlich behandelt werden. Es gibt jedoch Warnzeichen, bei denen rasch medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. Dazu gehören:
- Blut im Stuhl
- hohes oder anhaltendes Fieber
- starke oder zunehmende Bauchschmerzen
- wiederholtes Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit mehr aufgenommen werden kann
- Zeichen einer Austrocknung wie starker Durst, trockene Schleimhäute, Schwindel oder deutlich verminderte Harnmenge
- Beschwerden, die länger als zwei bis drei Tage ohne Besserung anhalten
Apotheken-Tipp
Kalte Flüssigkeiten! Bei Magen-Darm-Beschwerden neigen wir häufig dazu warmen Tee oder Suppe zu konsumieren. Das ist allerdings gerade bei Erbrechen kontraproduktiv, da es den Brechnerv zusätzlich reizt. Lieber eiskaltes Wasser (mit Elektrolyten) schluckweise trinken.
Auch wenn die Beschwerden zunächst harmlos erscheinen, lohnt sich der Weg zu uns in die Apotheke. Dort kann eingeschätzt werden, ob eine Selbstbehandlung ausreicht, welche Medikamente geeignet sind und ob eine ärztliche Untersuchung empfohlen wird.
