Syphilis

Syphilis – Eine alte Krankheit mit neuer Relevanz

Ursprung und Geschichte

Die Syphilis ist eine der ältesten bekannten sexuell übertragbaren Krankheiten. Schon im 15. Jahrhundert breitete sie sich in Europa aus und sorgte für Panik. Lange war sie ein gesellschaftliches Tabuthema, bis 1905 das Bakterium Treponema pallidum als Auslöser identifiziert wurde. Mit der Entdeckung des Penicillins in den 1940er Jahren schien die Krankheit fast ausgerottet.

Warum Syphilis zurückkehrt

Trotz medizinischer Möglichkeiten nimmt die Zahl der Neuinfektionen seit einigen Jahren wieder zu – besonders in Großstädten. Gründe dafür sind ein Rückgang der Aufklärung, geringere Angst vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) und das Nachlassen konsequenter Safer-Sex-Praktiken. In bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Auf dem Bild sieht man eine Illustration des Syphillis Bakteriums.
Auf dem Bild sieht man eine Nadel und auf einem Papier steht das Wort Syphillis geschrieben.

Syphilis – Übertragungswege und Risikofaktoren

Wie Syphilis übertragen wird

Die Syphilis-Infektion erfolgt hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr – vaginal, anal oder oral. Dabei reicht oft der Kontakt mit infizierten Schleimhäuten oder Hautveränderungen wie Geschwüren aus. Auch eine Übertragung während der Schwangerschaft (kongenitale Syphilis) von der Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich und kann schwerwiegende Folgen haben.

Risikogruppen und gefährdete Personen

Zu den am stärksten gefährdeten Gruppen zählen sexuell aktive Menschen mit häufig wechselnden Partner*innen, MSM sowie Personen mit HIV-Infektion. In diesen Gruppen wird Syphilis oft zusammen mit anderen STIs festgestellt. Auch Menschen, die auf Online-Dating-Plattformen aktiv sind, sind tendenziell stärker gefährdet – insbesondere bei Verzicht auf Kondome.

Symptome und Krankheitsverlauf der Syphilis

Die vier Stadien der Syphilis

Der Verlauf der Erkrankung gliedert sich in vier Stadien. Im Primärstadium (ca. 2–3 Wochen nach Ansteckung) zeigt sich ein meist schmerzloses Geschwür (Ulcus durum) an der Eintrittsstelle des Erregers. Es heilt oft spontan ab. Im Sekundärstadium (Wochen später) folgen Hautausschläge, Fieber, Lymphknotenschwellungen und andere grippeähnliche Symptome. Das latente Stadium verläuft ohne Beschwerden, während im tertiären Stadium nach Jahren Organe, das Zentralnervensystem oder das Herz dauerhaft geschädigt werden können.

Tückischer Verlauf ohne Symptome

Das Problem: Viele Symptome verschwinden ohne Behandlung scheinbar von selbst. Die Krankheit bleibt jedoch im Körper und kann massive Schäden verursachen. Unbehandelt führt Syphilis im Spätstadium zu Lähmungen, psychischen Veränderungen oder sogar Tod.

Eine Person ist beim Arzt.
Eine Person hält einen Syphillis-Test.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Syphilis

Wie wird Syphilis festgestellt?

Die wichtigste Methode zur Diagnose ist der Bluttest z.B. bei der Aids Hilfe Wien, bei dem Antikörper gegen Treponema pallidum nachgewiesen werden. Bei akuten Beschwerden sind zusätzlich Abstriche von Läsionen oder Gewebeproben möglich. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, da die Infektion im Anfangsstadium besonders gut behandelbar ist.

Therapie mit Penicillin – sicher und wirksam

Die bewährte Behandlung erfolgt mit dem Antibiotikum Penicillin G, meist als Injektion in den Muskel. In frühen Stadien genügt oft eine einmalige Gabe, während in späteren Phasen mehrere Dosen über einen längeren Zeitraum nötig sind. Wichtig: Auch Sexualpartner*innen müssen mitbehandelt werden, um Reinfektionen zu vermeiden. Eine Kontrolle durch Folgetests stellt sicher, dass die Therapie erfolgreich war.

Syphilis – Vorbeugung, Aufklärung und Verantwortung

Wie man sich schützt

Die wichtigste Schutzmaßnahme bleibt der konsequente Gebrauch von Kondomen. Sie reduzieren das Risiko erheblich, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Regelmäßige STI-Tests, besonders bei häufig wechselnden Partner*innen, sind daher unerlässlich.

Offenheit statt Stigmatisierung

Eine behandelbare Krankheit, aber sie bleibt gefährlich, wenn sie nicht erkannt wird. Daher ist Aufklärung, insbesondere an Schulen, in sozialen Medien und bei Ärzt*innen, entscheidend. Nur durch Offenheit, Verantwortungsbewusstsein und Zugang zu medizinischer Beratung lässt sich die weitere Verbreitung eindämmen. Wer Symptome erkennt oder zur Risikogruppe gehört, sollte sich nicht schämen, sondern handeln.

Auf dem Bild hält eine Person ein Kondom in der Hand.

Fragen & Antworten zu Syphilis

Wie schnell nach dem Sex können erste Syphilis-Symptome auftreten?

Etwa 2 bis 3 Wochen nach der Ansteckung – meist in Form eines schmerzlosen Geschwürs an der Eintrittsstelle.

Kann man sich durch Oralsex mit Syphilis infizieren?

Ja – auch beim oralem Sex ist eine Übertragung möglich, besonders bei Kontakt mit infizierten Schleimhäuten oder Hautläsionen.

Wie sicher ist ein Syphilis-Bluttest und wann sollte man ihn machen?

Der Test ist sehr zuverlässig, sollte aber frühestens 3 Wochen nach Risikokontakt erfolgen – dann ist der Antikörpernachweis am zuverlässigsten.

Muss ich meine Sexualpartner*innen informieren, wenn ich Syphilis habe?

Unbedingt! Alle Partner*innen der letzten 3 bis 12 Monate (je nach Stadium) sollten informiert und getestet bzw. mitbehandelt werden.

Bleibt man nach einer Syphilis-Behandlung immun?

Nein, es besteht keine Immunität – man kann sich mehrfach neu infizieren, auch kurz nach der Heilung.

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